Die Rentenbeantragung bei Berufsunfähigkeit

Bevor man an die Rentenbeantragung wegen Berufsunfähigkeit denkt, wird man in der Regel erst einmal krank. Vom Arbeitgeber bekommt man für die ersten sechs Wochen der Erkrankung die Lohnfortzahlung. Das Gehalt wird also für sechs Wochen in der gewohnten Höhe weiterbezahlt. Nach der Lohnfortzahlung hat man Anspruch auf Krankengeld, das von der Krankenkasse bezahlt wird. Krankengeld wird für max. 78 Wochen, im Anschluss an die Lohnfortzahlung bezahlt. Es richtet sich nach dem Einkommen vor der Arbeitsunfähigkeit und beträgt allerdings nur etwa 70% vom Bruttoeinkommen.

Oftmals wird in der Zeit, in der man Krankengeld bezieht, die Frage einer Berentung wegen Berufsunfähigkeit (Rente wegen Erwerbsminderung) aktuell. Seit dem 01. Januar 2001 spricht man eigentlich nur noch von der Erwerbsminderungsrente und nicht mehr von der Berufsunfähigkeitsrente. Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente haben nur noch Personen die vor dem 01.01.1961 geboren sind. Alle anderen Personen haben nur noch Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente. Bei der Erwerbsminderungsrente unterscheidet man zwischen Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung und Rente wegen voller Erwerbsminderung. Der Vorschlag kommt in vielen Fällen von den Krankenkassen, denn die muss den Versicherten das Krankengeld bezahlen. Wenn die Krankenkasse davon ausgeht, dass der/die Versicherte wegen der Krankheit berufsunfähig wird, versucht sie aus Kostengründen, die Kranken an die Rentenversicherung abzuschieben. In diesem Fall, müsste die Rentenversicherung für den Kranken bezahlen. Zuerst wird eine Untersuchung durch den Medizinischen Dienst angeordnet und danach wird den kranken Personen geraten, einen Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente bzw. Erwerbsminderungsrente zu stellen. Das ist aber während dem Bezug von Krankengeld ein Nachteil für jeden Kranken und sollte gut durchdacht werden.

Während eine kranke Person Krankengeld bezieht, werden Rentenbeiträge bezahlt, die sich auf die Höhe des Rentenanspruchs auswirken. Außerdem ist das Krankengeld meistens höher als die Berufsunfähigkeitsrente und allein aus finanzieller Sicht, ein Grund weshalb man nicht darauf verzichten sollte. Wenn der Bezug von Krankengeld abgelaufen ist und man nach einer Reha – Maßnahme immer noch arbeitsunfähig ist, hat man Anspruch auf Arbeitslosengeld. Den Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente kann man in der Zeit stellen, in der man Arbeitslosengeld erhält. Das sollte man allerdings auch nicht zu früh machen, da auch das Arbeitslosengeld höher ausfällt, als die Rente wegen Berufsunfähigkeit und es werden in der Zeit ebenfalls Rentenbeiträge bezahlt.
Jeder, der in dieser Situation ist, sollte sich ausführlich über allgemeines zur Rentenbeantragung bei Berufsunfähigkeit bzw. Erwerbsminderung informieren, damit keine finanziellen Nachteile entstehen.